ehemaliges Feuerwehrhaus an der Martinstraße

Das im Jahre 1983 in Dienst gestellte Feuerwehrgerätehaus der Stadt Aichach liegt an der Martinstraße, an der ehemaligen Stadtumgehung, östlich unmittelbar am Stadtkern angrenzend. Da hier das geneigte Dach das Ortsbild bestimmt, wurde auch für das Feuerwehrgerätehaus die geneigte Dachform mit ca. 18 Grad Neigung gewählt. Die gegebene Lage des Grundstückes bestimmte, dass das Feuerwehrgerätehaus mit seinen acht Ausfahrten direkt parallel zur Martinstraße anzuordnen war. Die weiteren Betriebsgebäude waren durch den funktionellen Betriebsablauf bestimmt und im Lärmschatten zur Martinstraße östlich der Fahrzeughalle anzuordnen. Es wurde versucht, mit Rücksicht auf die angrenzende Bebauung im Maßstab die Baukörper kleinteiliger zu gestalten. Der Schlauchtrockenturm konnte wegen Einhaltung der Abstandsflächen zu den angrenzenden Nachbarn hin nur in das Zentrum der Betriebsanlage gelegt werden.

 

Der gegliederte Gesamtbaukörper setzt sich aus der parallel zur Martinstraße verlaufenden Fahrzeughalle und dem rechtwinklig dazu angeordneten Betriebsgebäude zusammen. Das Betriebsgebäude beinhaltet nachfolgende Raumgruppen: Einsatzzentrale, Atemschutzwerkstätte, Schlauch- und Materiallager, Schlauchwaschraum in Verbindung mit Schlauchtrockenturm, Technikraum, Treibstoff-Vorratsraum, Ölbindemittellager, Heizung und über einen zweiten Zugang - Unterrichtsraum, Wachstube mit Küche sowie sanitäre Anlagen. In der Fahrzeughalle sind sieben Fahrzeugstandplätze, drei Anhängerstandplätze und eine Waschhalle untergebracht.

 

Mit Rücksicht auf die umliegende Wohnbebauung wurde eine zurückhaltende und maßstäbliche Architektur angestrebt. Außerdem sollte mit der Stahlbetonskelettbauweise (Stahlbeton-Tragkonstruktion, Holzdachstuhl, Leichtmetall-Wandkonstruktion) auch eine wirtschaftliche und pflegeleichte, bautechnisch bewährte Bauweise ermöglicht werden.

Der relativ ungünstige Baugrund verlangte eine Schotterpfahlgründung, weshalb auch auf eine Unterkellerung verzichtet wurde. Die bestimmenden Materialien in der äußeren Gestaltung sind Stahlbetonsichtmauerwerk, Leichtmetallwand- und Fensterelemente in sattem Grün. Dacheindeckung in kleinteiligen ziegelfarbigen Wellasbestplatten.

 

 

Die Innenräume sind im technischen Bereich durch Stahlbetonsichtflächen bestimmt, im übrigen Bereich durch tapezierte Wandflächen, pflegeleichte PVC-Bodenbeläge und bei stark beanspruchten Räumen einschließlich der Fahrzeug- und Waschhalle keramische Bodenbeläge. Die Hallentore sind halbautomatische, nach innen schlagende Metalltore mit Glasauffelderungen. Die Fahrzeughalle ist mit einer automatischen Abgas-Absauganlage ausgestattet.

 

 

Weitere technische Ausstattung:
Erdgasheizung, automatische Schlauchaufzugsanlage, sonstige Ausstattung wie Einsatzzentrale nach DIN 14 092.
Der Übungshof, die Fahrzeughallenfläche und die Parkflächen mit Asphaltbelägen.
 
Unterteilungen der Flächen durch Pfasterstreifen einschließlich Grundstücks- und Gebäuderandbepflanzungen.
Der Baubeginn war im April 1981, die Bauzeit betrug 24 Monate.
 
Das Feuerwehrhaus an der Martinstraße diente der Feuerwehr Aichach 31 Jahre als Stützpunkt. Am 16.08.2014 um 13 Uhr endete die mit dem Umzug in die Freisinger Straße die Ära der Feuerwehr im Zentrum der Stadt.